Ist das (noch) Kultur? – Eine Diskussion über Fans, Pyrotechnik und die Grenzen von Kultur.

„Nur der FCM!“ Die Magdeburger stehen hinter ihrem Fußball-Club wie kaum eine andere Stadt. Fans bleiben Spielern und Trainer treu, ganz gleich ob die Mannschaft der Meisterschale hinterherjagt oder gegen den Abstieg kämpft. Magdeburg kann ohne Zweifel und mit Stolz auf eine lebendige und traditionsreiche Fankultur des 1. FC Magdeburg blicken.

Dennoch verhängte das Sportgericht des Deutsches Fußballbundes (DFB) erst kürzlich wieder eine Geldstrafe gegen den Verein. Fans zündeten am 21. Dezember 2019 bei einem Spiel gegen Eintracht Braunschweig erneut Pyrotechnik – trotz Verbots. Und auch die gewaltsamen Ausschreitungen nach dem Aufstieg des Vereins im April 2018 sind immernoch fest im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert.

Deutschland ist Fußballland. Millionen Deutsche treffen sich zu jeder Welt- und Europameisterschaft beim Public Viewing, Samstagabend gibt’s die Sportschau, immense Geldsummen werden in Dauerkarten und Trikots investiert. Doch darüber, wie man am besten seine Liebe zum Fußball ausdrücken sollte, gibt es immer wieder Diskussionen. Die Verwendung von Pyrotechnik, die Ultrakultur und die Gewalt in Stadien bringen den Begriff der „Fankultur“ häufig in Verruf.

Gemeinsam mit euch haben wir diskutiert:

Was ist Fankultur? Was bedeutet es, Fan eines Vereins zu sein? Was gehört alles zur Ultrakultur und welche Mythen sind blöß hartnäckige Vorurteile? Sind gewalttätige Fußballfans partout immer rechtsextrem? Sollte die Verwendung von Pyrotechnik härter bestraft werden oder bleibt sie fester Bestandteil des Fußballs?

Wir haben uns mit euch auf die Suche nach möglichen Antworten gemacht.

Unsere Gäste waren:

Prof. Harald Lange
Leiter der Abteilung für Fanforschung des Instituts für Sportwissenschaften an der Universität Würzburg

Thomas Haufe
Redakteur des Blogs „Nur der FCM“ und Fan des 1. FCM Magdeburg

Sören Thümler
Sportredakteur für den MDR Sachsen-Anhalt