Mein Grüner Kaktus im Gespräch mit Lebensmittel retten

Grüner Kaktus – Der Vorab-Check

Sagt uns doch mal, wer ihr seid!

Wir sind Sybille und Ralf vom Projekt „Lebensmittel retten Magdeburg“ des Spielwagen e.V. in Magdeburg. Wir sind Teil der Orgagruppe, Sybille als ehrenamtliche Retterin, ich als Projektleiter und angestellter Sozialarbeiter im Familienzentrum EMMA, unserem Hauptverteiler. Wir vertreten hier mehr als 60 Ehrenamtliche Retterinnen des Projekts, hinzu kommen 10 Verteilerorte in Magdeburg an sozialen Orten, an denen Teams für die Verteiler zuständig sind. Worum geht es in eurem Projekt? Das Projekt rettet „Lebensmittel retten Magdeburg“ organisiert die Rettung von Lebensmitteln auf zwei Weisen: einerseits stellen wir den Menschen in Magdeburg eine Logistik zur Verfügung, die Verteilerstationen, dort können sie Lebensmittel einbringen (die sie nicht mehr brauchen) oder Lebensmittel abholen (die andere gebracht haben). Andererseits vereinbaren wir Kooperationen mit Supermärkten, Händlern und Bäckern, bei denen die Ehrenamtlichen dann Lebensmittel abholen, die nicht mehr verkaufsfähig aber verzehrfähig sind. Diese Lebensmittel landen ebenfalls in den Verteilern. und können dort von allen Menschen gerettet werden.

Habt ihr irgendwelchen zeitnahen Ziele?

Derzeit sind wir am Aufbau von neuen Verteilern und auch der Idee, dass in einfachen Hauseingängen Orte entstehen, die die Bewohnerinnen einrichten um dort Lebensmittel zu teilen. Auch sind wir auf der Suche nach neuen Kooperationen.


Im Bezug zur Kulturlandschaft Magdeburg, wo seht ihr da euren Beitrag?

Das Projekt beteiligt sich an verschiedenen Aktionen mit Infoständen und setzt selbst auch Aktionen um. So gibt es in den Ferien Marmeladenkochaktionen, bei denen Lebensmittelrettende lecker gerettetes Obst einkochen. Bei Infoständen geben wir die Marmelade gegen Spende ab. Auch sind wir bei der Apfelernteaktion der Katholischen Erwachsenenbildung KEB dabei, im Herbst ist das eine tolle Aktion, in der 2 Wochen lang Schulkinder Äpfel ernten und daraus Apfelsaft gepresst wird. Auch findet ca. 2x im Jahr das Lebensmittelrettenfest statt, zu diesem sind auch Interessierte eingeladen.

Bleiben wir in Magdeburg. Wir wollen ja Kulturhauptstadt 2025 werden. Wo seht ihr
Hindernisse/Brennpunkte?

Wir sind ja primär im Bereich Lebensmittelverschwendung tätig, da sehen wir ganz klar, dass es riesigen Handlungsbedarf gibt. Es werden allein in Magdeburg hunderte Tonnen Lebensmittel weggeworfen, allein 60t konnten wir im letzten Jahr retten. Diese kommen Jugendclubs und Stadtteilzentren ebenso zu Gute, wie den Privatpersonen, die sie retten. Im kulturellen Bereich sind uns aber von Kulturschaffenden, mit denen wir zusammen arbeiten, immer mal wieder Einschränkungen bekannt. Grundsätzlich, und das ist UNSER Thema, ist das
Engagement der Menschen in Magdeburg vielleicht die Sache, die Assoziation mit der eigenen Lebenswelt zu „Kulturhauptstadt“ fehlt vielleicht.


Wie würdet ihr diese Probleme lösen, würden euch die Mittel zur Verfügung stehen?


Ein Anfang, dort war ich auch mal tätig, sind die GWA-Gruppen in Magdeburg. Diese haben ein Budget von der Stadt, um kleine Feste in den Stadtteilen zu organisieren. Diese Verfahren sind immer mehr schwieriger gestaltet worden, jemand der sich damit nicht auskennt bekommt bei der Beantragung Probleme. Statt immer einfacher und besser wird es schwieriger und komplizierter. Das wäre zu lösen. Hier liegt viel Potential für Kultur in den Stadtteilen!


Zum Abschluss noch ein paar Worte an den Bürgermeister:

…da gibts nix zu sagen…

Ausstrahlung

• Mo, 17.06.2019,- 14.00 Uhr

• Mi, 20.06.2019,- 14.00 Uhr